Trendtage Gesundheit im Zeichen der medizinischen Vorhersage
Am Donnerstag, 27. März 2025 gingen die 20. Trendtage Gesundheit Luzern erfolgreich zu Ende. Über 500 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus der Schweizer Gesundheitsbranche trafen sich zum persönlichen Austausch. Höhepunkt war der Auftritt von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider.
Die Trendtage Gesundheit Luzern wurden am 26. und 27. März 2025 im KKL Luzern zum 20. Mal Treffpunkt der Schweizer Gesundheitsbranche. Über 40 Referentinnen und Referenten boten den mehr als 500 Besuchenden einen medizinisch-wissenschaftlichen, polit-ökonomischen und gesellschaftlichen Einblick in das Thema Prädiktion. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hielt dazu fest: „Die prädiktive Medizin muss vor allem den Patientinnen und Patienten dienen. Ist dieses Interesse gewährleistet, muss überprüft werden, was die prädiktive Medizin für das Gesundheitssystem und für die Gesundheitskosten bedeutet.
Neue Dimensionen?
In der Medizin gilt der hippokratische Dreiklang Diagnose, Prognose, Therapie. Prädiktion als erweiterter Begriff der Prognose wirft verschiedene Fragen auf. Denn: Während die Prognose eine Vorausschau eines wahrscheinlichen Krankheitsverlaufs bedeutet, auch unter Berücksichtigung der Therapie, setzt die Prädiktion schon beim gesunden Menschen an. Dies eröffnet neue Dimensionen der Vorhersage. Dennoch bleiben – vorerst – immer noch Wahrscheinlichkeiten und nie endgültige Gewissheit. Auch das Recht auf Nicht-Wissen, wie von verschiedenen Expertinnen und Experten hervorgehoben wurde, ist und bleibt ein zentraler Aspekt.
Ulrich Bahnsen Journalist bei der Wochenzeitung DIE ZEIT, legte in diesem Zusammenhang die Relationen von Gewissheit und Wahrscheinlichkeit eindrücklich am Beispiel von Biomarkern näher dar. Es gäbe solche mit hoher Sensitivität (nahe 100%), andere seien weniger genau und erreichten unter 70%. Dennoch könnten laut Bahnsen beide Ergebnisse wertvolle Hinweise bei der Behandlung liefern, vor allem in Kombination mit anderen klinischen Informationen als Verlaufsparameter. Biomarker sei also zunehmend ein wichtiges Werkzeug im klinischen Alltag. Man dürfe ihnen aber nicht blind vertrauen, und müsse stets ihre Limitationen im Blick behalten.
Dass wir in der Medizin immer mehr und schnellere Fortschritte machen, verdeutlichte Christian Lovis, Professor für klinische Informatik an der Universität Genf eindrücklich. So schätzten gemäss Lovis einst Forscher, dass die Verdoppelung des medizinischen Wissens im Jahre 1950 lange 50 Jahre dauerte, 1980 dagegen noch 7 Jahre und 2010 nur noch 3,5 Jahre. Im Jahr 2020 könnten es noch ungefähr 0,2 Jahre gewesen sein – also nur 73 Tage. Das hat auch mit der enormen Digitalisierung im Gesundheitswesen zu tun, die neue und schnellere Erkenntnisse, Techniken und Optionen auf allen Prozessebenen eröffnet.
Startup Award
Zum zweiten Mal wurde an den Trendtagen Gesundheit der Startup Award verliehen. Der Publikumspreis prämiert ein aufstrebendes Jungunternehmen aus der Branche. Sieger wurde die Firma Ylah.
Einzigartige Informations- und Netzwerkplattform
Michaela Tschuor, Regierungsrätin des Kantons Luzern und Präsidentin des Trägervereins hob hervor, dass die Trendtage Gesundheit eine einzigartige Plattform darstellen für alle Akteure aus dem Gesundheitswesen. Sie sei stolz, dass die Trendtage Luzern seit 20 Jahren ein Fixpunkt in der Agenda vieler Akteure des Gesundheitswesens sei.
Neben dem Hauptprogramm fanden auch in diesem Jahr wieder verschiedene Sonderformate wie die Startup-Expo oder der Lunch-Event «Meet the Experts» statt. Diese förderten den Dialog und boten diverse Netzwerkmöglichkeiten, welche zahlreich genutzt wurden.
Weitere Bilder der Trendtage Gesundheit Luzern gibt es hier.
Die nächsten Trendtage Gesundheit finden am 25. und 26. März 2026 wiederum im KKL Luzern statt.